Anleitung zum Socken stricken

Anleitung zum Socken stricken. Socken von der Spitze aus stricken, mit offenem Anschlag. Keine Löcher bei der Bumerang Ferse. Hoher Rist, wie darauf Rücksicht nehmen. Hilfsfäden einziehen, damit man es leichter hat.

beide Socken parallel stricken macht mehr Spaß

Ich wurde gefragt wie ich Socken stricke. Und ich versuche hier meine Tricks und Tipps beim Socken stricken weiterzugeben.

Vorausschicken mag ich, dass ich Socken stricken seit meiner Kindheit einfach liebe. ;) Und da meine Kindheit ein bisschen länger zurückliegt hüpften mir im Laufe der Zeit sicher hunderte von Socken von der Nadel.

Beim Durchlesen des Artikels erkannte ich, dass ich meist in der „Du-Form“ schrieb. Ich lasse es so stehen, weil ich davon ausgeh, dass Strickerinnen das Hobby verbindet und es ein liebevolles „Du“ ist… .

mein Arbeitsmaterial zum Socken stricken

  1. 2paar Nadelspiele => das sind jeweils 5 Stricknadeln in passender Größe zur Wolle. Ich habe deswegen 2paar Nadelspiele, weil ich immer beide Socken parallel stricke.
  2. 1 Stopfnadel => eine ganz dicke Nähnadel, die vor allem ein großes Öhr haben muss, damit die Sockenwolle durchpasst.
  3. 1 Schere.
  4. Wollreste ==> Für die Hilfsfäden. Am besten in einer Kontrastfarbe zur Sockenwolle, so sieht mans leichter und ein bisschen stärker. Hast Du keine Wollreste, dann nimm Sockenwolle und diese doppelt. Ca 3mal so lang als der Fuß breit ist.

offener Anschlag

kontrastfarbige Wolle für den offenen Anschlag
kontrastfarbige Wolle für den offenen Anschlag


Ich beginne Socken mit der Zehenkappe. zb Du brauchst 60Maschen für den Socken, also 15 pro Nadel, dann schlage ich für die Zehenkappe 30 Maschen an.

Beim offenen Anschlag, werden die Maschen durch „Umwickeln“ des Kontrastfadens gemacht.

Ich knüpfe die Sockenwolle mit einer einfachen Schlaufe an den Kontrastfaden, halte diesen mit dem Daumen der linken Hand fest und die rechte Nadel nimmt den Arbeitsfaden von oben fährt unter dem Kontrastfaden durch und holt den Arbeitsfaden und kommt wieder von unten beim Kontrastfaden hoch. Somit hat man 2 Schlaufen auf der Nadel und dies wiederhole ich bis ich 30 Schlaufen auf der Nadel habe.

Nach dem offenen Anschlag strick ich ein Reihe verkehrte Maschen.

Hier gibt es ein sehr tolles Video dazu: offener Anschlag. Da wird eine Piquot Kante gezeigt, aber der offene Anschlag eben auch und man sieht wunderbar wie einfach dies geht.

Bumerang Ferse oder Bumerang Spitze ohne Löcher

Bumerang Zehenkappe ohne Löcher

Ferse und Zehenkappe strick ich fast immer in der Bumerang Ferse Technik.

Abnahmen durch verkürzte Reihen und doppelte Maschen

1. Reihe
Lege den Faden vor die 1. Masche und hebe diese auf die andere Nadel und ziehe fest an. => doppelte Masche, dann strick ich bis zum Ende der Reihe,

2. Reihe
Faden vor die Masche legen, abheben und fest anziehen und nun strick ich nur mehr bis zur doppelten Masche der Vorreihe, die lass ich ungestrickt => verkürzte Reihe.

So fahr ich fort: 1. Masche jeder Reihe mit Faden vor der Masche abheben, stricken bis zu den doppelten Maschen der Vorreihe bis ich nur mehr soviele normale Maschen auf der Nadeln habe wie in der Anleitung stehen.

zb steht dort: Spitze: 10-10-10, dann habe ich anfangs 10 doppelte Maschen, 10 normale Maschen und am Ende 10 doppelte Maschen.

====> Dies ist die Spitze der Zehenkappe oder die Mitte der Ferse.

Nun beginnen die Zunahmen bis wieder alle 30 Maschen als normale Maschen auf der Nadel sind.

Damit keine Löcher entstehen zw. den doppelten Maschen und den normalen gehe ich folgendermaßen vor.

1. Reihe der Zunahmen:
Faden vor der 1. Masche und abheben => wieder eine doppelte Masche stricken.
Stricken bis zur 1. doppelten Masche, bevor ich diese abstricke hole ich aus dem Querfaden vor der Masche eine Schlaufe und stricke diese mit der Doppelmasche ab.

=> diese Schlaufe aus dem Querfaden zieht die Maschen sehr eng zusammen und somit habe ich niemals Löcher bei der Bumerang Ferse oder Bumerang Zehenkappe. :-)

Da ich am Anfang der Zunahmereihe ebenfalls eine doppelte Masche abgehoben habe, strick ich bei den Zunahmereihen 2 doppelte Maschen am Ende ab.

2. Reihe Alle weiteren Reihen der Zunahmen:

Faden vor die 1. Masche, abheben => doppelte Masche,
Bis zu den doppelten Maschen stricken und wieder 2 doppelte Maschen abstricken und dabei aus dem Querfaden vor jeder Masche eine Schlaufe holen, die mit gestrickt wird.

Am Anfang nochmals eine doppelte Masche und am Ende 2 doppelte Maschen abstricken.

Solang wiederholen bis wieder alle 30 Maschen als normale Maschen auf der Nadel liegen.

Den Socken rund machen – nach der Zehenkappe

Damit der Socke eine Socke wird brauchts nun die Maschen aus dem offenen Anschlag. Ich nehm dazu erstmals eine dünnere Nadel und fahre duch die Maschenschlaufen durch.

Kontrolliere dreimal, ob ich keine vergessen habe und erst dann ziehe ich den Kontrastfaden raus.

Somit ergibt sich eine Socke ohne Anfang und Ende und nirgendwo hat man dickere Maschen, weil der Maschenanschlag spürbar wird.

Hoher Rist was tun damit sich das Muster nicht verzerrt

Mein Partner hat einen sehr hohen Rist. Stricke ich für ihn Socken mit Nadel Nr 2.5 habe ich nach der Zehenkappe gut 62 Runden zu stricken bevor die Ferse beginnt.

Stricke ich die Socken glatt/rechts, dann beginne ich in der 38. Runde mit Zunahmen:

1. Nadel: 3 Maschen rechts stricken, die 4te Masche verdoppeln.
2. Nadel: Solang stricken bis ich nur mehr 4 Maschen auf der Nadel habe und diese 4t vorletzte Masche verdoppeln, dann 3 Maschen rechts.

Das wiederhole ich ab nun in jeder 6ten Runde bis zur Ferse.

Ich habe somit links und rechts je 6 Maschen zugenommen.

Stricke ich einen Socken mit Zopfmuster, dann muss ich links und rechts je 8 Maschen zunehmen, weil ein Zopfmuster das Gestrickte immer zusammenzieht.

Diese zugenommenen Maschen nehme ich nach dem Stricken der Ferse langsam wieder ab. Meist in jeder 6ten Runde.

Hilfsfäden erleichtern das Arbeiten

dieser Hilfsfaden erleichtert das Auftrennen beim Stricken Hier sieht man einen Hilfsfaden nach der Zehenkappe.

Grade wenn jemand einen hohen Rist hat und man anfangs noch nicht genau weiß, ob dann der Socke auch gut passt, kann es schon passieren das man mal auftrennen muss. Dies ist immer eine heikle Angelegenheit.

In so einem Fall nehm ich einen Konstrastfaden fädele diesen in eine Stopfnadel ein und ziehe mit der Nadel den Faden durch alle Maschen auf allen Nadeln und stricke dann normal weiter.

Muss ich dann wirklich aufrippeln, auftrennen, kann ich dies getrost machen, weil der eingezogene Faden mir die Sicherheit bietet, dass ich auch nur soweit auftrenn wie ich mag. :-)
Habe ich dann bis zum Kontrastfaden aufgetrennt kann ich die Maschen ganz leicht auf die Nadeln wieder „einfädeln“.

Dies mache ich auch, wenn ich ein neues Muster ausprobiere, weil ich niemals Musterflecken stricke ;) das ist mir zu langweilig.
Entscheide ich mich dann aufzutrennen, geht dies Ruckzuck.

Mitte der Ferse – wie berechnet man die Länge eines Sockens

Sockenlänge berechnen
Sockenlänge von der Mitte der Ferse aus berechnen

Sehr oft steht in Anleitungen: Der Socke ist xycm lang von der Spitze bis zur Fersenmitte.

Strickt man sowohl die Zehenspitze wie die Ferse in der Bumerang Technik, kann man davon ausgehen, dass die Zehenspitze Mitte, oder Fersenmitte gleich lang sind.

Das bedeutet fang ich bei der Zehenspitze an und habe dann nur mehr 10 Maschen auf der Nadel -wie oben beschrieben- nehm ich ein Maßband und schreib mir auf wie lang dies genau bis dorthin ist.

Dies mal 2 ist die Länge der Zehenspitze und Fersenmitte und dann kann ich mir genau ausrechnen wielang ich den Vorderfuß stricken muss, damit der Socke passt.

Mein Fuß ist genau 24.5 cm lang von der Zehenspitze bis zur Ferse.
Zehenkappe mit Nadeln 2.5 gestrickt ist 4cm lang, daher wird die Fersenmitte auch solang werden. => 8cm.
24,5cm – 8cm=> 16.5cm solang kann ich den Vorderfuß stricken.
Wobei ich meist nur 16cm stricke, weil sich Sockenwolle gerne auch dehnt.

Irritierend ist, dass manche Anleitungen mit der Fersenmitte den Beginn der Ferse meinen. Da steht dann Socken Gr. 38 Fußlänge Zehenspitze bis Fersenmitte 18.5cm. Ist man sich bei solchen Anleitungen unsicher, dann einfach die eigne Sockengröße suchen, nachmessen und so kann man deren Messsystem herausfinden.

weicher Bund oder italienisch Abnähen

iralienisch abnähen ergibt einen sehr weichen Rand
italienisch abnähen Tipps und Tricks

Nicht nur ältere Leute auch ich und Kinder schätzen einen weichen Abschluss bei Socken. Es ist nicht nur ärgerlich, sondern auch ungesund, wenn Socken an den Waden einschnüren.

Italienisch abketten geht mit einem Maschenstich, den man auch zum Aufsticken von Mustern nutzt. Wie diese überhaupt geht steht hier mit Bildern erklärt.

Dennoch schaffen es viele, dass sogar diese italienische Rand sich nicht dehnt. Der Trick dabei ist, dass man bereits die beiden Reihen vorher locker strickt. Man strickt ja mindestens 1mal falsches Patentmuster vor dem italienischen Abnähen oder Abketten.

1.Runde des falschen Patent:
1 Masche rechts, Faden vor die nächste Masche und diese abheben 1 Masche rechts, Faden vor die Masche diese abheben. usw…

==>bereits da die rechte Nadel immer ein wenig mehr nach rechts ziehen, dann werden die Maschen automatisch länger und „weicher“.

2.Runde
Faden hinter der Masche lassen, Masche ungestrickt abheben, dabei die rechte Nadel weit nach rechts ziehen
nächste Masche mit dem drübergelegten Faden links abstricken,
Faden hinter der Masche lassen, Masche ungestrickt abheben, dabei die rechte Nadel weit nach rechts ziehen

und beim Abnähen selbst nie ganz fest zusammenziehen ==> lieber zu weit als zu eng!

Musterrapport finden

beide Socken mal nebeneinander
während des Strickens

Sockenwolle, die das Muster von selbst ergibt ist ja hoch im Kurs (Opal Hundertwasser)

Ich wickel ein Knäuel Wolle in 2 kleine auf. Man muss darauf achten, dass man das Aufwickeln auf 2 kleine Knäuel immer von derselben Seite des OriginalKnäuels macht. Sonst wird der Farb oder Musterrapport nie gleich sein.

Habe ich dann 2 gleiche Knäuel nehm ich eine markante Farbe des einen und such beim anderen solang bis diese übereinstimmen.

Ich lege dazu die beiden Fäden nebeneinander auf den Tisch.

Denke ich mir es passt. Wickel ich beide Fäden gleichzeitig ein bisschen ab, um mich zu vergewissern.

Erst dann schneide ich beide Fäden an einer Stelle ab.

Selten habe ich mehr als 1-2m von einem Knäuel, die ich abschneiden mus. Dafür werden die Socken wirklich fast gleich :-)

Ich habe eine sehr alte Briefwaage, auf der ich die Wollknäuel abwiege. So gelingt es mir wirklich die Hälfte zu erwischen und die Musterrapporte sind dann leicht gefunden.

Fragen zum Socken stricken

Ich beantworte gern Fragen zum Socken stricken. Einfach das Kommentarfeld nutzen und fragen, oder auch berichten, ob was gut gegangen ist…

Wars hier hilfreich, gabs Antworten auf Fragen, dann freu ich mich über ein +1, mts

5Gedanken zu “Anleitung zum Socken stricken

  1. Petrus Dikken

    Bin begeisterter Sockenstrickmann. Nur ein kleiner Wermutstropfen: am Ende meiner schön gestrickten Bumerangferse entsteht zwischen Nadel 3 und 4 ein Loch, weil sich die Maschen langziehen. Sie schreiben aus dem Querfaden eine Schlaufe zu machen und diese mitnehmen. Aber bis auf dieses eine Loch geling mir die Ferse recht gut. Haben Sie noch einen Tipp?
    Danke vielmals für Ihre Mühe. MfG. Petrus Dikken

  2. ich mache diese „falsche“ Querfadenmasche immer , wenn sich da wo ein Loch bilden möchte,
    anders werde ich den „Löchern“ auch nicht her, -leider, weil soooo fest kann ich garnicht anziehen, unabhängig ergeben diese Maschen aus den Querfäden eine nette Struktur – find ich zumindest

  3. herta Hoffmann

    Hallo Monika, Deine Seite find ich sehr gut und war schon des öfteren dort um mir weiter zu helfen. Aber diesmal muß ich schreiben,weil ich beim Socken-stricken nicht weiter komme. Im Urlaub hat mir eine Bekannte einen
    Zettel geschrieben wie es mit der Ferse und dem Käppchen weiter geht, aber im Moment weiß ich nicht weiter, es geht ums abheben,vielleicht kannst Du es mir erkären, ich schreib den Wortlaut auf:auf der 1.Nadel 6 M.rechts stricken,die 7.M.+8.M.zusammenstricken,umdrehen,die gestrickte Masche abheben,links weiterstricken,u.auf der 4.Nadel auch 6 M.links stricken,die 7.M.+8.M.zusammenstricken,umdrehen und so weiter stricken,biskeine M.mehr auf der rechten Seite zusammen zu stricken sind. Dann mit der 1. Nadel die 12 Randmaschen aufnehmen….usw. Ich hoffe
    sehr Du verstehst was die Bekannte damit meint. Im voraus bedanke ich mich sehr herzlich und wünsche Dir eine gute Zeit. L.G. von herta

  4. ja sie strickt zb die Spitze über die 1 und 4 te Nadel
    du fängst also bei der 1.Nadel an, strickst 6 Maschen
    nun strickst die 7. und 8. Masche zusammen

    „umdrehen“ => beim Socken stricken mit 4 Nadeln muss man nie „umdrehen“
    strick ich aber einen Pullover mit 2 Nadeln muss ich „umdrehen“
    d. bedeutet „wenden“ wie sonst auch beim Stricken, wenn eine Reihe zu ende geht…

    hilft Dir das weiter?

  5. Ilona ja, und grüße Dich
    Du kannst am Bündchen anfangen :-)
    aber fange mit dem sogenannten „offenen“ Anschlag an, der ist oben erklärt.
    So kannst du, wenn der Socke fertig ist, diese Maschen vom Bündchen aufnehmen und dann weich italienisch abnähen…
    Kommst du damit klar oder brauchst mehr, tut mir leid, wenn ich erst jetzt antworte, zuerst war ich fort, und nun hat mich Grippe :(
    lg Dir

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